Zum Inhalt springen
thauma.
← Erfahrungen

Augustinus von Hippo

Erzählvideo · Der Gottesstaat

Was ist die Zeit? Du weisst es - bis dich einer fragt.

Frag jemanden, was die Zeit sei, und er weiss es sofort. Bittest du ihn, es zu erklaeren, verstummt er. Genau hier beginnt das Denken des Augustinus von Hippo, des bedeutendsten Kirchenvaters des lateinischen Westens. Fuer ihn existiert die Zeit nicht draussen in den Dingen, sondern allein in der Seele - als Erstreckung von Erinnerung, Anschauung und Erwartung. Und auch die Wahrheit suchst du vergeblich im Aussen: Geh nicht nach aussen, kehre in dich selbst zurueck, im inneren Menschen wohnt sie. Selbsterkenntnis wird so zum Weg der Gotteserkenntnis. Sogar das Boese, sagt er, ist keine eigene Macht, sondern nur ein Mangel an Gutem. Im elften Buch der Bekenntnisse schreibt er: Was also ist die Zeit? Wenn mich niemand danach fragt, weiss ich es; will ich es einem Fragenden erklaeren, weiss ich es nicht. Es ist das Eingestaendnis eines Ringenden, der das Raetsel nicht loest, sondern bewohnbar macht.

🎧 Vorlesen – die ganze Erfahrung hören

🔊 Erzählvideo

KI-Erzählstimme, kein Originalton — ein Porträt im Geiste des Denkers.

  1. 1

    Verbindung von Neuplatonismus und christlichem Glauben zu einer einflussreichen Synthese.

  2. 2

    Die Wahrheit wohnt im Inneren des Menschen; Selbsterkenntnis ist Weg zur Gotteserkenntnis.

  3. 3

    Das Böse ist keine eigene Substanz, sondern Mangel an Gutem (privatio boni).

Nachklang

Was bleibt, ist eine Frage, kein Schlusspunkt — und ein Satz, der nachklingt: „Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.“ (Confessiones I,1).

Augustinus von Hippo

Diese Erfahrung gehört zu

Augustinus von Hippo

Zum Denker & Gespräch